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Die Woche IM FOKUS: Micron glänzt, Nike fällt, Renditen steigen
Steigende Renditen haben die Anleger in dieser Woche nervös gemacht, obwohl Zinserhöhungen der Fed nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht vom Tisch sind. Im Tech-Sektor lieferte Micron Rekordzahlen, während Nike auf den tiefsten Stand seit 2013 abrutschte. Die Inflation im Euroraum zog auf 3,8% an, der US-Immobilienmarkt leidet unter Hypothekenzinsen von 7,30%. Kommende Woche steht das Fed-Protokoll im Fokus.
Aktienmärkte: Micron liefert, Nike enttäuscht
Der Renditeanstieg hat die Aktienmärkte belastet, auch wenn Zinserhöhungen der Fed angesichts des schwachen Arbeitsmarkts unwahrscheinlich sind. Lichtblick war Micron: Im vierten Geschäftsquartal stieg der Umsatz, getrieben vom KI-Boom bei Speicherchips, um 379% auf 54,23 Mrd. US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 33,42 Dollar bei einer Bruttomarge von 87%. 26 langfristige Lieferverträge sichern über 35% des Umsatzes bis 2030 ab, für 2027 und 2028 erwartet das Unternehmen eine noch knappere Versorgung, die Aktie legte am Donnerstag 3% zu und schloss am Freitag bei 1.074,89 Dollar. Nike dagegen erlebte eine brutale Woche: Nach schwachen Quartalszahlen und einer Umsatzwarnung am Donnerstagabend fiel die Aktie am Freitag auf 33,87 Dollar, den tiefsten Stand seit 2013, ausgelöst durch einen Umsatzeinbruch von 26% in China und ein Minus von 8% im Direktkundengeschäft. Konzernchef Elliott Hill will mit dem Sparprogramm Pace bis 2031 rund 2,5 Mrd. Dollar einsparen, doch bei Nike folgt Umbau auf Umbau, ein Ende ist nicht in Sicht.
Rentenmärkte: Inflation treibt die Renditen
An den Anleihemärkten herrscht weiter Druck, die Renditen steigen vor allem in Frankreich, Italien und Deutschland. Die Inflationsdaten zeigen, warum: Im Euroraum zog die Teuerung im September auf 3,8% an, nach 3,2% im August und über den erwarteten 3,6%, der höchste Wert seit September 2023. Treiber war Energie mit plus 18,8% wegen des Nahost-Konflikts, aber auch Dienstleistungen (3,2%) und die Kernrate (2,5%) legten zu; Deutschland liegt bei 3,3%, Frankreich bei 3,4%, Italien bei 4,1%. In den USA fielen die PCE-Daten, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, etwas milder aus: Im August stiegen die Preise um 0,3% zum Vormonat, die Kernrate um 0,2%, auf Jahressicht blieb die Rate bei 3,4% und die Kernrate bei 3,0%. Zusammen mit dem schwachen Arbeitsmarkt fiel die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober innerhalb einer Woche von 70% auf 16%.
Konjunktur: Immobilien- und Arbeitsmarkt in den USA schwächeln
Der US-Immobilienmarkt, seit jeher ein wichtiger Taktgeber für Konjunktur und Konsum, gerät unter Druck: Die 30-jährige Hypothekenrate stieg in der Woche bis 25. September um 18 Basispunkte auf 7,30%, den höchsten Stand seit November 2023 und über 120 Basispunkte mehr als vor Beginn der Iran-Angriffe Ende Februar. Die Hypothekenanträge fielen die vierte Woche in Folge um 6%, Refinanzierungen sogar um 8,7%. Auch der Arbeitsmarkt schwächelt: Im September entstanden nur 29.000 neue Stellen statt der erwarteten 90.000, Juli und August wurden um insgesamt 60.000 Stellen nach unten revidiert, der Juli rutschte sogar auf minus 10.000. Zuwächse gab es fast nur im Gesundheitswesen, im Bau und in der Industrie, die Finanzbranche baute 7.000 Stellen ab. Für die Fed sind Zinserhöhungen damit vom Tisch, diskutiert wird eher über Senkungen.
Ausblick auf die kommende Woche
In den USA richtet sich der Blick am Mittwoch auf das Protokoll der letzten Fed-Sitzung: Nach den schwächeren Inflations- und Arbeitsmarktdaten suchen die Märkte nach Hinweisen auf den weiteren Kurs, zudem sprechen zahlreiche Fed-Mitglieder. Bei den Daten steht der ISM-Dienstleistungsindex im Fokus, während das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan nahe seinen Rekordtiefs bleiben dürfte; dazu kommen Handelsbilanz, Verbraucherkredite und Großhandelslagerbestände sowie die Zahlen von PepsiCo und Delta Air Lines. In Europa stehen in Deutschland Auftragseingänge, Industrieproduktion und Handelsbilanz an, im Euroraum Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze, in Frankreich und Italien die Industrieproduktion und in Großbritannien die Hauspreisdaten. In Asien bleiben die chinesischen Börsen wegen der Golden Week bis 7. Oktober geschlossen, aus Japan kommen unter anderem Verbrauchervertrauen, Löhne und der Reuters-Tankan-Index.
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Über AMF Capital AG
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