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Die Woche IM FOKUS: Steigende Renditen fordern Tech, Banken gewinnen an Aufmerksamkeit

Steigende Renditen und die Debatte um KI-Sicherheit sorgen für Bewegung an den Aktienmärkten. Europäische Banken rücken stärker in den Fokus, während Staatsanleihen unter Inflationsdruck stehen. Schwache Verbraucherstimmung in den USA und Deutschland zeigt die Belastung durch hohe Preise. Nun dürften Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten die Erwartungen an den weiteren Zinskurs prägen.

Aktienmärkte: KI-Risiken treffen auf neue Bewertungsfragen

Die Debatte um KI-Sicherheit und globale Regeln verstärkte die Unsicherheit im Technologiesektor: NVIDIA geriet zeitweise unter Druck, während Microsoft nach einem Copilot-Update am Freitag rund 4 % zulegte und Alphabet relative Stärke zeigte. Bei NVIDIA steht den regulatorischen Risiken ein Gewinnwachstum gegenüber, das den Kursanstieg übertrifft und damit das Kurs-Gewinn-Verhältnis sinken lässt. Eine niedrigere Bewertung allein beantwortet allerdings noch nicht die Frage nach der Attraktivität der Aktie. Zugleich gewinnen europäische Finanzwerte an Aufmerksamkeit: Nach der erneuten EZB-Zinsanhebung am 10. September können höhere Kreditzinsen die Zinseinnahmen von Banken wie UniCredit stützen, sofern Einlagenkosten und Kreditausfälle diesen Effekt nicht aufzehren. Niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse und attraktive Dividendenrenditen liefern zusätzliche Argumente für den Sektor, machen ihn jedoch nicht zu einem risikofreien Rückzugsort.

Rentenmärkte: Inflationssorgen treiben Renditen

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg über 3,6 % und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2009; es war der siebte Wochenanstieg in Folge. Hohe Energiepreise, neue Inflationssorgen und Signale für eine restriktivere EZB-Politik prägten den Markt, der bis Ende 2027 rund einen Prozentpunkt zusätzlicher Zinserhöhungen einpreist. Hinzu kommen Sorgen um die öffentlichen Finanzen Frankreichs und Italiens. In den USA rentierten zehnjährige Staatsanleihen am Freitag bei rund 5,2 %, dem höchsten Niveau seit 2007, während weder das Treffen zwischen Trump und Xi noch die ausbleibenden Fortschritte im Iran-Konflikt für Entspannung sorgten. Äußerungen aus der Fed und höhere Inflationserwartungen stützten die Erwartung weiterer Straffung; die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Oktober lag bei etwa 66 %.

Konjunktur: Verbraucher bleiben unter Druck

Das Verbrauchervertrauen der University of Michigan verbesserte sich im September leicht auf 48,1 Punkte, blieb aber nahe historischer Tiefstände. Gleichzeitig stiegen die Inflationserwartungen auf 4,6 % für die kommenden zwölf Monate und 3,4 % für den Fünfjahreshorizont. In Deutschland fiel das GfK-Konsumklima für Oktober von −26,8 auf −30,6 Punkte, während die Einkommenserwartungen um 16,7 Punkte auf −15,0 einbrachen. Die Sparneigung erreichte mit 21,5 Punkten den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008; lediglich die zum fünften Mal in Folge gestiegenen Konjunkturerwartungen boten einen Lichtblick. Für Anleger bleibt damit entscheidend, wie stark die Sorge um Kaufkraft und eigene Finanzen den Konsum tatsächlich bremst.

Ausblick auf die kommende Woche

Im Mittelpunkt steht am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht: Erwartet werden 100.000 neue Stellen nach 162.000 im August und eine Arbeitslosenquote von 4,2 %. Hinzu kommen der PCE-Preisindex als wichtiger Inflationsmaßstab der Fed, Konsumausgaben, offene Stellen laut JOLTS, der ADP-Beschäftigungsbericht, der ISM-Industrieindex und die abschließende Schätzung des Wachstums im zweiten Quartal; auch Äußerungen von Fed-Vertretern dürften die Zinserwartungen bewegen. In Europa richtet sich der Blick auf die vorläufigen Inflationsdaten, mit erwarteten 3,5 % im Euroraum und 2,6 % in der Kernrate ohne Energie und Lebensmittel, sowie auf deutsche Arbeitsmarkt- und Einzelhandelsdaten. Britische Wachstumszahlen und Hypothekengenehmigungen sowie französische und italienische Preis- und Konjunkturdaten ergänzen das Bild. In Asien stehen Chinas Einkaufsmanagerindizes vor der Feiertagspause sowie Japans Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze, Tokioter Inflation und der Tankan-Unternehmensbericht im Fokus.

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Über AMF Capital AG
Die AMF Capital AG ist eine unabhängige Investmentgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf das Management von Aktien- und Rentenfonds sowie auf die Vermögensverwaltung individueller Mandate spezialisiert hat. Die Gesellschaft verfolgt eine langfristige, wertebasierte Anlagestrategie, die auf fundierten Analysen und einem bewährten Investmentprozess basiert.

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Weitere Beiträge

  • Ein globaler Tech-Ausverkauf traf in dieser Woche die Speicherchip-Giganten Samsung und SK Hynix, während TSMC und ASML die ungebrochene KI-Nachfrage bestätigten. Die US-Großbanken lieferten ein gemischtes Quartal. An den Rentenmärkten hielten Frankreich und Indien die Inflation hoch, die US-Erzeugerpreise sprangen so stark wie seit 2022 nicht mehr.

  • Ein 110-Milliarden-Deal verändert die Medienbranche, Samsung meldet ein historisches Quartal. An den Rentenmärkten zahlt Frankreich inzwischen höhere Risikoaufschläge als Griechenland. Der Euro fällt auf ein 17-Monats-Tief, während die deutsche Industrie positiv überrascht. Kommende Woche entscheiden US-Inflation und der Auftakt der Berichtssaison über die Richtung.

  • Steigende Renditen haben die Anleger in dieser Woche nervös gemacht, obwohl Zinserhöhungen der Fed nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht vom Tisch sind. Im Tech-Sektor lieferte Micron Rekordzahlen, während Nike auf den tiefsten Stand seit 2013 abrutschte. Die Inflation im Euroraum zog auf 3,8% an, der US-Immobilienmarkt leidet unter Hypothekenzinsen von 7,30%.

  • Die Aktienmärkte bewerteten Chancen und Risiken des KI-Booms neu. An den Rentenmärkten bestimmten Zinserhöhungen der Fed und der Bank of Japan das Geschehen. Steigende Ölpreise verstärkten zugleich die Inflationssorgen. In der kommenden Woche zeigen neue Konjunkturdaten und Notenbankreden, wie belastbar das Wachstum unter diesen Bedingungen bleibt.