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Die Woche IM FOKUS: Höhere Zinsen, teures Öl und neue KI-Gewinner
Die Aktienmärkte bewerteten Chancen und Risiken des KI-Booms neu. An den Rentenmärkten bestimmten Zinserhöhungen der Fed und der Bank of Japan das Geschehen. Steigende Ölpreise verstärkten zugleich die Inflationssorgen. In der kommenden Woche zeigen neue Konjunkturdaten und Notenbankreden, wie belastbar das Wachstum unter diesen Bedingungen bleibt.
Aktienmärkte: KI-Infrastruktur zwischen Wachstum und Regulierung
Generac gewann am Donnerstag über 18 Prozent, nachdem ein langfristiger Auftrag zur Ausstattung von Amazon-Rechenzentren mit Notstromaggregaten bekannt geworden war. Die ersten Lieferungen 2027 und 2028 umfassen rund 2,4 Milliarden US-Dollar; insgesamt könnte das Auftragsvolumen bis zu 8 Milliarden US-Dollar erreichen. Der Vertrag unterstreicht, dass auch Energie- und Infrastrukturzulieferer vom KI-Ausbau profitieren. Gleichzeitig belasteten Forderungen nach einem langsameren Entwicklungstempo und strengeren Regeln den Technologiesektor: Arm verlor zum Wochenstart rund 9 Prozent, begleitet von Sorgen über eine mögliche Investitionspause. Cybersecurity-Anbieter wie Palo Alto Networks, Fortinet und CrowdStrike legten dagegen deutlich zu, da der Einsatz von KI-Agenten den Schutzbedarf für Netzwerke und Daten erhöht.
Rentenmärkte: Notenbanken verschärfen den Kurs
Die Fed erhöhte am Mittwoch die Zinsen; die Anleiherenditen beruhigten sich zunächst, auch weil Marktteilnehmer den Schritt als Zeichen geldpolitischer Unabhängigkeit werteten. Steigende Ölpreise trieben die US-Staatsanleiherenditen am Freitag jedoch wieder über 5 Prozent, während weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr umstritten bleiben. Die Bank of Japan hob ihren Leitzins mit 7:2 Stimmen um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1995 an, nur drei Monate nach dem vorherigen Schritt. Hintergrund ist die hartnäckige Inflation, die durch höhere Ölpreise zusätzlich gestützt wird und laut Analystenerwartungen Anfang 2027 rund 3 Prozent erreichen dürfte. Die Bank of England beließ ihren Leitzins dagegen bei 3,75 Prozent.
Konjunktur: Energiepreise verschärfen Inflationssorgen
Nach Angriffen der Huthi auf Saudi-Arabiens East-West-Pipeline stieg Brent zeitweise über 108 US-Dollar je Barrel, während Aramco Lieferungen an europäische Raffinerien strich. Umleitungen über die Straße von Hormus entspannten die Lage zwischenzeitlich; mit rund 104 US-Dollar zum Wochenschluss verzeichnete Brent dennoch das dritte Wochenplus in Folge. Parallel stiegen laut EZB-Verbraucherumfrage die Inflationserwartungen im August über alle betrachteten Zeithorizonte: auf 3,0 Prozent für zwölf Monate, 2,9 Prozent für drei Jahre und 2,5 Prozent für fünf Jahre. Zuvor hatten die Werte bei 2,9, 2,7 beziehungsweise 2,4 Prozent gelegen. Einkommensschwächere Haushalte erwarten dabei stärkere Preissteigerungen als einkommensstarke; insgesamt liegen die Erwartungen zunehmend über dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent.
Ausblick auf die kommende Woche
Nach der Zinserhöhung und den Äußerungen von Fed-Chef Warsh, die einen weiterhin straffen geldpolitischen Kurs signalisieren, stehen zahlreiche Reden von Fed-Vertretern sowie das Treffen von Donald Trump und Xi Jinping am Donnerstag im Fokus. In den USA folgen auf die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch die Neubauverkäufe am Donnerstag, erwartet werden rund 610.000, sowie am Freitag die Aufträge langlebiger Güter mit prognostizierten −0,5 Prozent für August nach +1,1 Prozent im Juli und das endgültige Michigan-Verbrauchervertrauen. Europas Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch dürften eine weiter expandierende Industrie, aber anhaltende Schwäche im französischen Dienstleistungssektor zeigen; beim deutschen Ifo-Geschäftsklima wird am Donnerstag der fünfte Anstieg in Folge auf den höchsten Stand seit April 2024 erwartet, während sich das GfK-Konsumklima eintrüben dürfte. Weitere Stimmungsindikatoren kommen aus Großbritannien und Frankreich, während wichtige italienische Daten erst zum Monatsende folgen. In Asien dürfte Chinas Notenbank ihre maßgeblichen Kreditzinsen am Montag zum 16. Mal in Folge bei 3,0 und 3,5 Prozent belassen; Feiertage unterbrechen den Handel in Japan von Montag bis Mittwoch und in China am Freitag, bevor beziehungsweise nachdem Japans vorläufige Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag Hinweise auf die Industriekonjunktur liefern.
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Über AMF Capital AG
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