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Die Woche IM FOKUS: Qualität trotzt der KI-Panik
Während die Schlagzeilen seit Wochen den KI-Crash ausrufen, liefern SAP und L’Oréal Zahlen, die das Gegenteil belegen: Qualität wird weiter bezahlt. Am Rentenmarkt sorgte der stärkste Tagesrückgang der US-Renditen seit über einem Jahr für Entspannung, in Frankreich weitet sich der Spread dagegen aus. Öl steht auf einem Vierjahreshoch, Gold unter 4.000 Dollar. Und kommende Woche entscheiden Fed, EZB und Bank of Japan.
Aktienmärkte: Chips verlieren, SAP und L’Oréal liefern
Seit zwei bis drei Wochen lesen wir täglich, der KI-Crash stehe bevor. Kräftige Verluste gab es vor allem bei Neoclouds wie CoreWeave sowie bei Chipwerten wie AMD, Samsung und SK Hynix, der Halbleiterindex SOX verlor binnen einer Woche über 11%. Dennoch widerlegen Unternehmen immer wieder die These, KI-Aktien seien pauschal überbewertet: SAP steigerte den Cloud-Umsatz um 25% auf 6,67 Mrd. Euro, sieht das Cloud-Wachstum nun am oberen Ende der Prognose und legte im Wochenverlauf rund 8% zu, der höchste Stand seit Januar. Treiber ist, dass mehr Großkunden ihre Kernprozesse in die Cloud verlagern. L’Oréal sprang am Freitag um rund 5% auf ein neues 52-Wochen-Hoch: Der Q3-Umsatz stieg um 11,9% auf 11,56 Mrd. Euro, organisch um 7,7% und damit klar über den erwarteten 5,4%, getragen von Parfüm, Haarpflege und Dermokosmetik sowie der im Frühjahr abgeschlossenen Übernahme der Kering-Beauty-Sparte, mit rund 4 Mrd. Euro der größte Zukauf der Firmengeschichte. Creed sowie die Lizenzen für Balenciaga und Bottega Veneta stärken das Luxusgeschäft, Gucci folgt nach dem Coty-Vertrag.
Rentenmärkte: US-Renditen beruhigen sich, Frankreich zahlt mehr
Trotz des Ölpreisanstiegs haben sich die US-Staatsanleihen spürbar beruhigt: Die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel am Donnerstag um 17 Basispunkte, der stärkste Tagesrückgang seit über einem Jahr, und beendete die Woche bei 5,00%. Für die Fed-Sitzung am Mittwoch erwartet der Markt unveränderte Zinsen, preist für Dezember aber mit rund 80% Wahrscheinlichkeit eine Anhebung um 25 Basispunkte ein. Anders in Frankreich: Die zehnjährige OAT stieg zeitweise auf 5,14%, das höchste Niveau seit 2002, und schloss die Woche bei 5,04% nach 4,79% in der Vorwoche, der Spread zu Bunds weitete sich auf rund 170 Basispunkte aus. Belastend wirken die sozialen Unruhen, für das Wochenende waren neue Proteste angekündigt, sowie der Budgetstreit der Minderheitsregierung. Moody’s bestätigte am Freitag das Aa3-Rating, am 27. November folgt S&P.
Konjunktur: Öl auf Vierjahreshoch, Gold unter 4.000 Dollar
Gold glänzt derzeit nicht: Am Freitag fiel der Preis unter die Marke von 4.000 Dollar je Unze, der tiefste Stand seit Mitte Juli, auf Wochensicht ein Minus von knapp 4%. Seit dem Februarhoch nahe 5.500 Dollar hat das Edelmetall mehr als ein Viertel verloren. Ein wesentlicher Grund liegt am Ölmarkt: Brent stieg am Freitag über 116 Dollar je Barrel, ein Vierjahreshoch, auf Wochensicht ein Plus von gut 6%, getrieben von Spekulationen über neue US-Angriffe auf den Iran nach den Midterms sowie Huthi-Attacken auf Saudi-Arabien. Teureres Öl nährt die Erwartung, dass die US-Zinsen länger hoch bleiben, zumal die Inflationsdaten zuletzt negativ überraschten. Anleger sichern sich lieber attraktive Anleihezinsen, zinsloses Gold leidet. Das erhöht den Druck auf die Fed vor der Sitzung am Mittwoch, eine Woche vor den Zwischenwahlen am 3. November.
Ausblick auf die kommende Woche
Die kommende Woche hat es in sich. In den USA entscheidet die Fed am Mittwoch, erwartet werden unveränderte Zinsen bei 4,00% bei gleichzeitig eingepreister Anhebung im Dezember. Am Donnerstag folgen die erste Schätzung zum BIP im dritten Quartal (erwartet 3,0% annualisiert nach 2,2%) und die PCE-Inflation für September, das bevorzugte Preismaß der Fed, mit einem erwarteten Anstieg auf 3,6%, dazu Verbrauchervertrauen, Auftragseingänge und eine der dichtesten Wochen der Berichtssaison mit Alphabet, Microsoft, Amazon, Visa, Intel und ExxonMobil, am Dienstag darauf dann die Midterms. In Europa tagt die EZB am Donnerstag und dürfte den Einlagensatz bei 2,65% belassen, eine Anhebung im Dezember gilt als möglich. Zum Wochenschluss zeigen die BIP-Schnellschätzungen, ob die Eurozone wie erwartet nur noch um 0,2% gewachsen ist, Deutschland und Frankreich je 0,1%, flankiert von den Oktober-Inflationsdaten aus Deutschland (3,3%) und Frankreich (3,2%), dem Ifo-Index am Montag und dem britischen Herbsthaushalt am Mittwoch, der Entlastungen bringen soll, teils finanziert über eine Bankensteuer. In Asien tagt von Montag bis Donnerstag das Fünfte Plenum der Kommunistischen Partei Chinas, am Samstag folgen die Einkaufsmanagerindizes. Die Bank of Japan dürfte am Freitag den Leitzins bei 1,25% belassen, zuvor kommen Daten zu Industrie und Einzelhandel. Südkorea meldet am Montag das BIP für das dritte Quartal (erwartet 0,7%), Samsung legt Zahlen vor.
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Über AMF Capital AG
Die AMF Capital AG ist eine unabhängige Investmentgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf das Management von Aktien- und Rentenfonds sowie auf die Vermögensverwaltung individueller Mandate spezialisiert hat. Die Gesellschaft verfolgt eine langfristige, wertebasierte Anlagestrategie, die auf fundierten Analysen und einem bewährten Investmentprozess basiert.
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