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Die Woche IM FOKUS: Solide Unternehmenszahlen treffen auf steigende Renditen

Adobe und Inditex wachsen weiter, doch Ausblick und Kosten bremsen die Aktien. An den Rentenmärkten stehen Frankreich und Großbritannien unter Druck, während die Schweiz vergleichsweise niedrige Renditen bietet. US-Inflation und britische Wachstumsdaten prägen die Zinserwartungen. Kommende Woche entscheiden Fed, Bank of England und Bank of Japan über den weiteren geldpolitischen Kurs.

Aktienmärkte: Wachstum allein reicht nicht

Adobe steigerte den Quartalsumsatz um 13% auf 6,76 Mrd. US-Dollar, übertraf mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,13 US-Dollar die Erwartungen und hob die Jahresziele leicht an. Die KI-Erlöse wuchsen um mehr als 150% auf über 650 Mio. US-Dollar; dennoch reagierte die Aktie verhalten, weil der Ausblick auf rund 10% Umsatzwachstum im Schlussquartal deutet und das Freemium-Modell mit kostenlosen Basisangeboten kurzfristig die neu hinzugewonnenen wiederkehrenden Erlöse belastet. Inditex erhöhte den Halbjahresumsatz um 7,6% auf 19,8 Mrd. Euro und den Nettogewinn um 6,8% auf 3,0 Mrd. Euro. Auch hier gab die Aktie nach: Die operativen Kosten stiegen mit 8,3% stärker als die Erlöse, während die Bruttomarge von 58,7% knapp unter den Erwartungen blieb. Beide Reaktionen zeigen, wie stark Anleger neben dem Wachstum auch die künftige Ertragsentwicklung gewichten.

Rentenmärkte: Frankreich unter Druck, Schweiz als Gegenpol

Frankreichs zehnjährige Staatsanleiherendite stieg im Wochenverlauf von rund 4,20% auf zeitweise über 4,45%, den höchsten Stand seit 2008. Neben dem weltweiten Renditeanstieg belastet die schwierige Haushaltslage: Premier Lecornus Minderheitsregierung muss den Haushalt 2027 im Oktober durch ein zerstrittenes Parlament bringen, bei einer Schuldenquote von über 117%. Frankreichs zehnjährige Rendite liegt inzwischen über der italienischen, was die gestiegenen Finanzierungskosten verdeutlicht. Einen deutlichen Gegenpol bildet die Schweiz mit einer zehnjährigen Rendite von lediglich 0,543%, verglichen mit rund 1,6% in der Spitze 2023. Eine Inflation von 0,6%, der starke Franken, ein Leitzins von 0% und solide Staatsfinanzen stützen ihre Stellung als sicherer Hafen.

Konjunktur: Inflation hält die Zinsfrage offen

Die US-Verbraucherpreise stiegen im August um 3,4% zum Vorjahr und damit im Rahmen der Erwartungen, während die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel mit monatlich 0,3% etwas höher ausfiel als erwartet. Nach dem energiegetriebenen Anstieg der Produzentenpreise beruhigten sich die zehnjährigen US-Renditen daraufhin von knapp 5% auf rund 4,9%; der Markt preist eine Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte dennoch mit gut 70% Wahrscheinlichkeit ein. Großbritanniens Wirtschaft überraschte mit einem monatlichen BIP-Plus von 0,4% im Juli gegenüber einer erwarteten Stagnation; auf Jahressicht betrug das Wachstum 1,6%. Gleichzeitig trieben hohe Energiepreise und Sorgen um die Fiskalpolitik die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen zeitweise auf fast 5,4%, den höchsten Stand seit 2007. Bis Freitag gingen sie wieder in Richtung 5,3% zurück, die Finanzierungskosten bleiben jedoch hoch.

Ausblick auf die kommende Woche

Im Mittelpunkt steht am Mittwoch die Fed-Entscheidung unter Kevin Warsh: Bei einem Ölpreis über 100 US-Dollar erwartet der Markt mit gut 70% Wahrscheinlichkeit eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00%, wodurch auch die anschließende Pressekonferenz besondere Bedeutung erhält. US-Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Baubeginne und Baugenehmigungen sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Philly-Fed-Index liefern zusätzliche Hinweise auf Nachfrage und Konjunktur. In Deutschland stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen an, im Euroraum die finalen August-Inflationsdaten und die Handelsbilanz; Frankreichs Haushaltsdebatte bleibt ein Thema für die Anleihemärkte. Großbritannien veröffentlicht am Dienstag Arbeitsmarkt- und am Mittwoch Inflationsdaten, bevor die Bank of England am Donnerstag über die Zinsen entscheidet und am Freitag Einzelhandelszahlen folgen. Chinas Dienstagsdaten zu Konsum, Industrie, Anlageinvestitionen, Häuserpreisen und Arbeitslosigkeit geben Aufschluss über die wirtschaftliche Stabilisierung, während in Japan neben Handelsbilanz und Verbraucherpreisen die Zinsentscheidung der Bank of Japan am Freitag im Fokus steht.

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Über AMF Capital AG
Die AMF Capital AG ist eine unabhängige Investmentgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf das Management von Aktien- und Rentenfonds sowie auf die Vermögensverwaltung individueller Mandate spezialisiert hat. Die Gesellschaft verfolgt eine langfristige, wertebasierte Anlagestrategie, die auf fundierten Analysen und einem bewährten Investmentprozess basiert.

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Weitere Beiträge

  • Die Aktienmärkte bewerteten Chancen und Risiken des KI-Booms neu. An den Rentenmärkten bestimmten Zinserhöhungen der Fed und der Bank of Japan das Geschehen. Steigende Ölpreise verstärkten zugleich die Inflationssorgen. In der kommenden Woche zeigen neue Konjunkturdaten und Notenbankreden, wie belastbar das Wachstum unter diesen Bedingungen bleibt.

  • Starke US-Arbeitsmarktdaten dämpften die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen und ließen die US-Anleiherenditen steigen. Am Aktienmarkt standen Volkswagens Sanierungsplan und Lululemons Prognosesenkung im Fokus. Gleichzeitig zogen die weltweiten Lebensmittelpreise erneut an. In der kommenden Woche richten sich die Blicke auf die US-Inflationsdaten und die EZB.

  • Starke Zahlen von Salesforce und Nvidia unterstrichen erneut die Dynamik rund um KI, während falkenhafte Fed-Signale die Renditen an den Anleihemärkten nach oben trieben. Konjunkturell überzeugte Indien, während der deutsche Arbeitsmarkt schwach blieb. In der kommenden Woche rücken vor allem US-Arbeitsmarktdaten und die europäische Inflation in den Fokus.

  • Biotech-Aktien sorgten für spektakuläre Kursbewegungen, während schwacher Konsum Fielmann belastete. Am US-Rentenmarkt blieb der Renditedruck trotz höherer Treasury-Rückkäufe bestehen. Gold und Bitcoin profitierten von einem schwächeren Dollar und neuen Sorgen um die US-Schulden. Kommende Woche richten sich die Blicke auf Jackson Hole, Nvidia und wichtige Inflationsdaten.